Yessir … eine Spielekritik am Rande des Rapwahnsinns … neben Bitches, Autos und Waffen haben Rapper auch noch andere Hobbys … oder? Playerstyle! Let’s get it on!

Doch, klar … warum also nicht mal kurz ein paar Worte über dieses Spiel verlieren:

Entwickler: Rockstar San Diego

Publisher: Rockstar Games

Plattform: XBox 360; PS3

Veröffentlichungsdatum: 21.05.2010

Modi: Singleplayer, Multiplayer

Einordnung:
USK 18

Genre: Open World, Action

Selten habe ich einem Spiel so entgegengefiebert, es mir sofort bei Erscheinen gekauft und selten habe ich so viel Spaß an einem Spiel gehabt – die Atmosphäre, die Charaktere, das ganze Ambiente … ich feier dieses Spiel unfassbar und kann es jedem ans Herz legen, der eine gewisse Affinität zur “Wildwestromantik” (in GTA Manier) hat …

Man muss natürlich auch ein Fan der klassischen Western sein, denn das ist das Spiel … d.h. man reitet oft und lange – was aber angesichts der Grafik nicht weiter schlimm ist. Sobald man die Abendsonne am Horizont sieht oder Gewitterstürme über die Prarie peitschen.

Interessant finde ich besonders die Charaktere, man trifft zum Beispiel auf einen verrückten Trunkenbold, der auf der Suche nach “seinem Schatz” Leichen ausgräbt und mit sich selbst spricht … man hört quasi das “Gollum” hinter jedem Satz – eine herrliches HdR Huldigung am Rande …

Aber irgendwie kommt jeder Mensch, den man trifft, mit eigener Mimik und Gestik daher, die auch überaus gelungen umgesetzt wurde. Die Sprecher (zum Glück hat man wie auch bei GTA auf Synchronsprecher verzichtet) sind nahezu perfekt und die Dialoge machen wirklich Spaß. Man hat wirklich fast den Eindruck, hier einen Film zu sehen.

Die Story an sich ist natürlich nichts weltbewegend Neues. Ein Mann kämpft um seine Familie – aber das passt eben auch zum Western Genre.

Wichtig ist, dass man das “Ab 18″ Symbol in diesem Fall auch ernst nehmen sollte. Für Kinder ist weder die explizite Wortwahl noch die teilweise doch recht heftigen Szenen geeignet. Da hängen nackte Leichen vom Dachbalken der Scheune, Frauen werden gehängt und geschändet, Leichen ausgebuddelt und jede Menge anderer Kram, der aus Kids Amokläufer macht … natürlich!

Zeitlich ist der ganze Spaß im Jahre 1911 (glaube ich gelesen zu haben) angesiedelt (zumindest irgendwann Ende 19. Beginn 20. Jahrhundert). Amerika hat also auch die letzten unbeugsamen Ureinwohner ermordet oder in Reservate verschleppt, deren Kinder in Umerziehungslager gesteckt und die Kultur der einstigen Herren der Nordamerikanischen Weiten unter Strafe verboten. Der “Wilde Westen” ist quasi schon auf bestem Wege “zivilisiert” zu werden.

Hier schlüpft der Spieler in die Rolle des ehemaligen Schwerverbrechers John Marston, der von der Regierung dazu genötigt wird, seine ehemalige Bande kaltzustellen, um damit seine Familie zu retten.

John Marston ist aber inzwischen ein zumindest halbwegs netter Typ – obwohl der Spieler sebst entscheidet wie beliebt sich der Hauptcharakter bei den Bewohnern der umliegenden Städte und Dörfer macht.

Man sammelt “Ehre” durch hilfsbereite Aktionen – wie dem erschießen oder gefangennehmen von Störenfrieden oder dem Sammeln von Blumen für einen alten Ehemann der seine ebenso alte Ehefrau beschenken will.

Natürlich kann man auch einfach die nächste Bank oder Postkutsche überfallen, Leute ausrauben oder mit anderen “netten” Gesten die eigene Beliebtheit beim örtlichen Sheriff ins Bodenlose fallen lassen.

Es macht aber mehr Spaß, der Story halbwegs vernünftig zu folgen, und den geläuterten Ex-Bösewicht zu mimen.

Nebenbei kann man im Übrigen auch Adler und andere Tiere erlegen, häuten, Fleisch und Federn einstecken und verkaufen. Ebenso Duellgegner post mortem um ein bissl Kleingeld und Munition erleichtern.

Noch einmal kurz zur Grafik – die Welt an sich ist auf einem sehr hohen Niveau: Wasser, Himmel, Wetter, Landschaft und Menschen sehen unheimlich gut und echt aus (Klar, Assassins Creed ist grafisch noch ein Stück besser – aber eher bei Gebäuden, usw). Besonders hervorheben muss man aber die Pferde. Da hat man sich wirklich richtig Mühe gegeben. Die Bewegungen wirken sehr realistisch.

Kleine Minispiele im Spiel wie Poker im Saloon oder Hufeisenwerfen sind auch überaus gelungen und machen echt Spaß mal eben nebenbei.

Ich bin gespannt wie lange es dauert bis einem das Spiel langweilig wird – GTAerfahrungsgemäß nicht so schnell oder es kommt ein Update …

Der Multiplayermodus trägt ja auch seinen Teil dazu bei, dass kaum Langeweile entstehen kann.

Negativ fiel mir bisher eigentlich nur auf, dass im Feuergefecht manchmal die Übersicht verloren geht, gerade wenn man auf dem Pferd sitzt und während des Reitens schießen muss – das geht aber vielleicht auch nur mir so, manch jugendlich geübter Spieler mag jetzt ein arrogantes Grinsen im Gesicht haben.

Ansonsten ist es schade, dass unser Held wie in alten GTA Teilen nicht schwimmen kann. Fällt man ins Wasser ist man tot.

Fazit:

Ein GTA im Wilden Westen und doch irgendwie ganz anders. Im Gegensatz zu GTA ist die Fahrzeugvielfalt etwas begrenzt aber das ist egal. Die Story ist nicht unbedingt die innovativste aber auch nicht schlecht. Die Atmosphäre mit der atemberaubenden Landschaft, den hervorragenden Dialogen der nicht weniger gelungenen Charaktere, zieht einen sofort mit. Wer den ca. 20 h dauernden Plot durchgespielt hat, kann noch viele Stunden mit Nebenmissionen und dem Online Multiplayer Modus zubringen. Ich bin gespannt auf Updates und Folgetitel.

Hat das was mit Rap zu tun? Nö! … mit Antihelden? Nö! …

Trotzdem oder gerade deshalb …

  1. Q sagt:

    HAHAHAHA … geil! Wie das Leben so spielt … :-)

  2. Jens sagt:

    Da google ich als Antiheldenfan nach ner Kritik zu Red Dead Redemption weil ichs mir gleich kaufen will und dann komm ich bei der Antiheldenpage raus. Läuft

  3. simon sagt:

    schön geschrieben, ich freu mich darauf es zu zocken! gibts unterschiede zwischen xbox und ps3 version und hast du ne ahnung ob es auch für den pc/mac kommen wird?

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